Schon in den letzten Immotipps haben wir über die Herausforderungen berichtet, die die Abwicklung von Immobilienverkäufen für Erbengemeinschaften mit sich bringen. Hier zwei weitere Beispiele:

Wir haben für eine Gemeinschaft eine Immobilie verkauft, bei der noch ein Wohnrecht für eine Dame eingetragen war, die keiner der Erben kannte. Da über die Wohnrechtberechtigte nichts weiter bekannt war, haben wir anhand des alten Kaufvertrages nachweisen können, dass die Berechtigte heute 135 Jahre alt sein müsste, um Ihr Recht noch ausüben. Da dies biologisch als nicht möglich eingestuft wird, konnte das Wohnrecht ohne Todesnachweis (Sterbeurkunde) gelöscht werden.

In einem anderen Fall hat eine Erbengemeinschaft, die aus einer Privatperson und einem Verein besteht, schon vor Jahren ein Mehrfamilienhaus verkauft. Später stellte sich heraus, dass noch ein dahinterliegendes, separates Flurstück, welches optisch zum Vorderhaus dazu zu gehören schien, ebenfalls im Eigentum der Erblasser steht. Die Problematik war in diesem Fall, dass die Privatperson zwischenzeitlich mehrfach umgezogen und nur mit großem Aufwand zu ermitteln war. Bei Vorbereitung des Notarvertrages hat sich erschwerend herausgestellt, dass von einem der Erblasser noch der Erbnachweis fehlt, der beim Verkauf des Vorderhauses nicht erforderlich war. Aktuell läuft die Suche nach dem Erbnachweis, die sich aufgrund von Änderungen bei der Zuständigkeit bei Amtsgerichten als sehr aufwändig herausstellt.

Resümee: Es ist/bleibt spannend.

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