Manchmal ist die größte Herausforderung beim Immobilienverkauf für Erbengemeinschaften die Mitglieder dieser „Schicksalsgemeinschaft“ zu ermitteln. Hierzu aus unserer jüngsten Praxis ein Beispiel:

In einem Fall hat sich bei Vorbereitung des Kaufvertrages herausgestellt, dass nicht nur der kürzlich verstorbene Erblasser, sondern auch noch der bereits vor längerer Zeit verstorbene Ehepartner als Eigentümer im Grundbuch eingetragen war. Offensichtlich hatte es der Überlebende versäumt, das Eigentum auf sich alleine umschreiben zu lassen. Da das Ehepaar ohne Kinder verstorben ist, bestand die Herausforderung bei der Beantragung des Erbscheines darin, herauszufinden, ob es noch weitere Erben gibt. Nach der gesetzlichen Erbfolge (in den Fällen ohne Testament) erben nämlich in solchen Konstellationen auch verschwägerte Personen mit.

Herausforderung war in diesem Fall, dass die Erben (Neffen und Nichten) die konkreten Familienverhältnisse des Erblassers (Tante und Onkel) nur annähernd kannten und die Verstorbenen Vertriebene aus Schlesien waren. Schließlich stellte sich heraus, dass es noch einen weiteren Onkel gab, der allerdings als Soldat im 2. Weltkrieg gefallen ist. Frage: Wie weißt man in derartigen Fällen den Tod des Soldaten nach? Der Sterbefall war in Schlesien (heutiges Polen) beurkundet, an einen Nachweis war nur sehr schwer heranzukommen. Nach Rücksprache mit unserem Notariat reichte schließlich eine mit Siegel versehene, amtliche Mitteilung über den Tod des Soldaten aus.

Resümee: Erbfälle sind immer wieder spannend. Da kann ein Makler zeigen, was er kann.

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