Die Abwicklung von Verkäufen für Erbengemeinschaften stellen sich manchmal als sehr kompliziert und aufwändig dar. Ich letzten Immotipp habe ich von einem Fall berichtet, den ich in dieser Form so in den 25 Jahren meiner Tätigkeit auch noch nicht hatte.

Nachdem wir die Erben ermittelt hatten, bestand die nächste Herausforderung darin, dass im Grundbuch noch ein Eigentumsrückfallrecht und ein Weiterveräußerungsverbot jeweils zugunsten der örtlichen Gemeinde sowie 2 Goldmarkhypotheken und eine Reichsmarkhypothek eingetragen waren. Als Inhaber dieser Hypotheken waren der Reichsfiskus bzw. die Stadtgemeinde genannt. Wie bekommt man derartige Rechte aber gelöscht, einen Reichsfiskus gibt es ja schließlich nicht mehr?

An dieser Stelle haben mir meine sehr guten Kontakte in ein Geraer Notariat geholfen. Auf meine Anfrage dort zur Vorgehensweise erhielt ich innerhalb kürzester Zeit eine Aussage, wie zu verfahren ist. Dafür war allerdings laut den Mitarbeitern des Notariats eine Rücksprache mit der zuständigen Rechtspflegerin beim Grundbuchamt erforderlich. Ob die Rechte allerdings auf dem besprochenen Weg tatsächlich gelöscht werden können, wird sich erst im weiteren Verlauf der Angelegenheit klären.

Wenn man abschließend bedenkt, dass sich bei Verkäufen von Erbengemeinschaften alle einig sein müssen (Mehrheitsbeschlüsse gibt es dort nicht) und das Land nur vorher abgestimmte Kaufverträge überhaupt prüft, bleibt nur die Schlussfolgerung: Es bleibt spannend!

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