Im letzten Immotipp habe ich festgestellt, dass das Bestellerprinzip im Bereich der Mietwohnungen aus meiner Sicht versagt hat, weil die Angebote in den Problemregionen zurückgegangen und die Mietpreise gestiegen sind. Die Politik hat in diesem Bereich wieder einmal an den Symptomen „herumgedoktert“ ohne die Ursache zu beseitigen, die darin zu suchen ist, dass gerade in den Ballungsräumen viel zu wenig neuer Wohnraum entsteht.

Führt man jetzt ein ähnliches Prinzip auch beim Kauf von Wohnimmobilien ein, besteht bei den derzeitigen Bemühungen ebenfalls ganz klar die Gefahr, an dem eigentlichen Ziel vorbeizuschießen. Erklärtes Ziel der Gesetzesinitiative der Grünen ist es, die Kaufnebenkosten für Familie zu reduzieren. Das halte ich für sehr gut, deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie hoch diese Kaufnebenkosten sind und woraus Sie sich zusammensetzen:

Nach einer Studie der LBS Immobilien aus August 2018 betragen die durchschnittlichen Kaufnebenkosten 11,4 %. Der Löwenanteil davon geht mit 6,5 % als Grunderwerbsteuer direkt an den Staat. Der Makler bekommt vom Käufer durchschnittlich 2,9 %, soweit er überhaupt an dem Erwerb beteiligt ist, was er laut der Studie aber nur in 50 % aller Fälle überhaupt ist.

Wer diese Fakten betrachtet erkennt sehr schnell, dass das Argument, die Kaufnebenkosten für Familie reduzieren zu wollen, indem man das Bestellerprinzip auf den Kauf ausdehnt, nicht greift. Doch welche Alternativ bleibt? Dazu im nächsten Immotipp mehr.

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