Das der Immobilienmakler auf der politischen Abschussliste steht, wird spätestens dann klar, wenn man die Randbedingungen der Gesetzesinitiative der Grünen zur Einführung des Bestellerprinzips beim Verkauf anschaut. Da findet man nämlich den Vorschlag, dass die Maklerprovision grundsätzlich auf 2 % inklusive Mehrwertsteuer beschränkt werden soll. Wie dies in Randgebieten wie Gera, wo der durchschnittliche Kaufpreis in einem Maklerbüro bei ca. 100 TEUR liegt, wirtschaftlich funktionieren soll, wird nicht erklärt. Wenn dies so oder nur annähernd so ähnlich Wirklichkeit wird, werden viele Maklerbüros aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen.

Insgesamt bin ich kein Gegner des Bestellerprinzips, eher ein Befürworter. Aber nur dann, wenn es ein echtes Bestellerprinzip wird, d. h. ein Käufer auch eine realistische Chance hat, Besteller zu werden. Die Fehler, die bei der Einführung im Vermietungsbereich gemacht wurden, müssen aus meiner Sicht zwingend verhindert werden.

Auch die Begrenzung der Maklerprovision würde ich durchaus befürworten, wenn diese der Höhe nach entsprechend des notariellen Kaufpreises gestaffelt wäre und dem Makler eine Überlebenschance lässt.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn ein schriftlicher Auftrag für die Verkaufsvermittlung zwingend erforderlich wird und der Gesetzgeber endlich die von den Fachverbänden schon länger geforderte Prüfung der fachlichen Qualifikation einführen würde. Dies würde nämlich sehr schnell die gewünschten positiven Effekte bringen und viele schwarze Schafe schnell vom Markt fegen.

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