Wenn man die Kaufnebenkosten für Familien ehrlich reduzieren will, hilft eigentlich nur, für derartige Vorgänge einen entsprechenden Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer einzuführen. Was spricht eigentlich dagegen, Familien den Ersterwerb einer Immobilie zur Eigennutzung grunderwerbsteuerfrei zu stellen? Wäre absolut zielführend, man befürchtet aber massive Steuerausfälle.

Aber auch für die drohenden Steuerausfälle gäbe es eine einfache Lösung, man müsste nur die sogenannten Share-Deals mit Grunderwerbsteuer belegen. Was ist ein Share-Deal? Share heißt übersetzt Anteil, d. h. es werden keine Immobilien, sondern Anteile an Gesellschaften gehandelt. In der Praxis werden größere Immobilienprojekte in jeweils separaten Projektgesellschaften gebündelt und anschließend vom Projektentwickler die Anteile an dieser Gesellschaft verkauft. Wenn der gekaufte Anteil unter 95 % beträgt, fällt für den Investor dafür keine Grunderwerbsteuer an.

Beispiel: Eine Immobilieninvestition von 100 Mio Euro wird über eine Projektgesellschaft abgewickelt und anschließend an einen Investor verkauft. Der Investor spart sich bei einem ordnungsgemäß abgewickelten Share-Deal in Thüringen die Grunderwerbsteuer in Höhe von 6,5 Mio Euro. Wenn man annimmt, dass der durchschnittliche Kaufpreis für eine Wohnimmobilie in Thüringen bei 250 TEUR liegt (= 16,25 TEUR Grunderwerbsteuer), könnten für die Grunderwerbsteuer eines Share-Deals in der vorgenannten Höhe 400 Familien von der Grunderwerbsteuer befreit werden.

Leider ist keine konkrete Anzahl für die sogenannten Share-Deals bekannt. Wer allerdings glaubt, dass diese viel zu selten seien, den halte ich für naiv.

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