Im Juni 2015 trat das sogenannte Bestellerprinzip für die Mietwohnungsvermittlung in Kraft, nachdem ab diesem Zeitpunkt derjenige die Leistung des Maklers bezahlen muss, der dessen Leistung beauftragt hat. In früheren Immotipps haben wir unsere Meinung dazu kundgetan. Derzeit gibt es eine Gesetzesinitiative der Grünen im Bundestag, dieses Bestellerprinzip auch beim Verkauf von Wohnimmobilien einzuführen. Was halte ich davon?

Zunächst lohnt es sich, mal zu schauen, was das Bestellerprinzip im Bereich der Mietwohnungen gebracht hat. Erklärtes Ziel war ja, die Kosten für die Mieter bei der Anmietung zu reduzieren. In Gera und Umgebung hat es (fast) keine Auswirkungen gegeben. Aber wie sieht es in den Ballungsräumen wie München oder Stuttgart aus? Dort ist das im Internet zu findende Angebot an Mietwohnungen deutlich zurückgegangen, d. h. Mietinteressenten von außerhalb finden nur ein deutlich verringertes Angebot vor, da viele Wohnungen „unter der Hand“ direkt vom Eigentümer vermietet werden. Das verringerte wahrnehmbare Angebot hat zwangsläufig zu steigenden Mietpreisen geführt. War das mit dem Bestellerprinzip gewollt?

Allerdings hatte das Bestellerprinzip bei Mietwohnungen einen positiven Nebeneffekt: Einige Makler haben die Tätigkeit in diesem Bereich aufgegeben. Sehr häufig gerade die, die in der Branche als „schwarze Schafe“ angesehen wurden.

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