Bei Zwangsversteigerungen wird der Zuschlag manchmal nicht sofort erteilt, sondern in einem separaten Verkündigungstermin. Nicht selten nutzten die Gläubiger diese Zeit, um mit dem Meistbietenden eine Zuzahlung zu vereinbaren, damit der Zuschlag erteilt wird. Ziel des Gläubigers ist, den Erlös in der Versteigerung durch Androhung der Zuschlagsversagung durch eine Nebenzahlung zu erhöhen.

In einer Entscheidung hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt entschieden, dass ein Bieter bei einer Zwangsversteigerung von einem Grundstück keine Zuzahlung außerhalb des gerichtlichen Verfahrens leisten darf (Az. V ZB 207/11).

In dem zugrundeliegenden Fall hatte der Meistbietende auf das von ihm abgegebene Meistgebot von 37.500 Euro in der einwöchigen Aussetzungsfrist einer Zuzahlung von 7.000 Euro zugestimmt. Auf das vom Schuldner eingelegte Rechtsmittel hin hob die Vorinstanz den Zuschlag wieder auf. Zu Recht, wie der BGH jetzt entschied. Der echte Erwerbspreis hat inklusive Zuzahlung 44.500 Euro betragen. Die Zuzahlung vorbei am Zwangsversteigerungsverfahren benachteilige den Schuldner, dessen Grund und Boden versteigert wird, da nicht sichergestellt sei, dass sich die im Grundbuch gesicherte Forderung des Gläubigers gegen den Schuldner auch um den tatsächlichen Betrag verringert.

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