Auch wenn der Kaufpreis bezahlt wurde und das Eigentum im Grundbuch umgeschrieben ist, kann es in der Praxis vorkommen, dass der Käufer für Verbindlichkeiten des Voreigentümers verantwortlich gemacht werden kann. „Wie das?“ fragen Sie.
 
9. Öffentliche Lasten und Erschließungsbeiträge – dies sind z. B. Grundsteuerzahlungen, Aufwendungen für Straßenausbau oder die Herstellung von Entwässerungseinrichtungen (z. B. eines Klärwerkes) oder ähnliches. Nach Gesetz haftet neben dem Eigentümer der Immobilie jedes Grundstück für öffentliche Lasten und Erschließungsbeiträge zusätzlich. Zahlt der Eigentümer die von ihm mit Bescheid angeforderten Beträge nicht, weil er z. B. zahlungsunfähig ist (typischer Weise bei Insolvenz), kann die Gemeinde die Zahlung der offenen Gelder aus dem Grundstück verlangen. Wechselt die Immobilie Ihren Besitzer, ist der neue Eigentümer zwar nicht persönlich für die Verbindlichkeiten des Voreigentümers verantwortlich, kann aber über einen Haftungsbescheid der Gemeinde zur Zahlung aus dem Grundstück verpflichtet werden. Klingt kompliziert, ist für die Gemeinde aber ganz einfach.


Tipp: Sollten ernsthafte Zweifel daran bestehen, ob alle Grundsteuer- und Erschließungsbeiträge gezahlt sind (meist bei Notverkäufen der Fall), sollte in jedem Fall bei den zuständigen Behörden eine Prüfung vorgenommen werden, ob Zahlungen ausstehen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

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